Erprobungsstufe

Jahrgangsstufen 5 und 6
 
Das im Leitbild genannte Ziel eines vertrauensvoll-offenen und respektvoll-toleranten Umgangs miteinander steht in der Erprobungsstufe von Anfang an im Zentrum unserer Arbeit. Dabei legen wir besonderen Wert auf eine Arbeitsatmosphäre der Ruhe und Muße, in der die Schülerinnen und Schüler unsere Schule als eine Stätte humanen Miteinanders erleben.
Am Tag der offenen Tür gewinnen unsere Gäste Einblick in Unterricht, Experimental-, Projekt- und Freiarbeit verschiedener Fächer. Wir bieten ihnen dabei die Möglichkeit, sich bei Lehrerinnen und Lehrern, Elternvertreterinnen und –vertretern sowie Schülerinnen und Schülern über das Schulleben zu informieren.
Schon seit geraumer Zeit arbeitet unsere Schule intensiv mit den Grundschulen zusammen. Wichtig sind dabei für uns vor allem genaue Informationen über die konkreten Lernvoraussetzungen der neuen Schülerinnen und Schüler der 5. Klasse. Darüber hinaus können so die Unterrichtsinhalte und –methoden von Grundschule und Gymnasium sinnvoll aufeinander abgestimmt werden. Damit wird ein möglichst unproblematischer Übergang von der Grundschule auf unser Gymnasium ermöglicht.
Diese Zusammenarbeit wird konkretisiert durch gegenseitige Unterrichtshospitationen. Alle künftigen Fachlehrerinnen und Fachlehrer einer 5. Klasse hospitieren nach den Osterferien in einer Grundschule. Die zukünftigen Klassenlehrer der 5. Klassen führen nach der Hospitationsphase und noch vor den Sommerferien eine Konferenz mit allen künftigen Lehrerinnen und Lehrern der Klasse durch, bei der die Hospitationserfahrungen ausgetauscht werden und eine gemeinsame Konzeption für die Arbeit in den neuen Klassen erarbeitet wird. Diese Konzeption soll zunächst bewusst die Arbeitsformen und –methoden der Grundschulen aufgreifen, um die neuen Schülerinnen und Schüler behutsam an die Lernanforderungen und Arbeitsweisen des Gymnasiums heranzuführen und ihnen einen „Start ohne Stress“ zu ermöglichen.
Dazu trägt auch bei, dass sich die neuen Schülerinnen und Schüler vor den Sommerferien in der Schule treffen, um ihre Klassenlehrerinnen und -lehrer und ihre Mitschülerinnen und -schüler kennen zu lernen. Dadurch versuchen wir von Beginn an eine vertrauensvoll-offene Atmosphäre zu schaffen. Um kontinuierliches und konzentriertes Arbeiten zu ermöglichen, bemühen wir uns, Lehrerwechsel in der Erprobungsstufe zu vermeiden. Damit sich die Schülerinnen und Schüler an das neue Umfeld besser gewöhnen und eine vertrauensvolle Beziehung zu ihren Lehrerinnen und Lehrern aufbauen können, beschränken wir die Anzahl der Lehrerinnen und Lehrer in einer Klasse, indem wir möglichst jeden mit seinen beiden Fächern einsetzen. Diese Regelungen machen es den Lehrerinnen und Lehrern möglich, die Entwicklung der Schülerinnen und Schüler intensiv zu begleiten und zu beobachten, um so am Ende der Erprobungsstufe eine besonders fundierte Entscheidung über die weitere Schullaufbahn der Kinder fällen zu können.
Nach den Sommerferien verhelfen wir den neuen Schülerinnen und Schülern durch eine dreitägige Kennenlernphase zu einer schnellen Integration in das Schulleben. Während dieser Zeit sind sie hauptsächlich mit ihrer Klassenlehrerin oder ihrem Klassenlehrer, d.h. ihrer neuen Bezugsperson, zusammen. Sie lernen dabei schnell ihre Mitschülerinnen und -schüler kennen, bilden eine Klassengemeinschaft, erfahren die Schule als Ort gemeinsamen Erlebens und entwickeln so eine erste Identifikation mit ihrer neuen Schule. Außerdem werden sie mit der neuen schulischen Umgebung vertraut gemacht und lernen auch die einzelnen Fachlehrerinnen und –lehrer im Laufe dieser Tage kennen.
Um die pädagogische Betreuung der Schülerinnen und Schüler durch die Klassenlehrerinnen und –lehrer im gesamten Schuljahr möglichst intensiv zu gestalten, wird eine wöchentliche Orientierungsstunde zusätzlich zur verbindlichen Stundentafel eingerichtet.
Nach den Herbstferien hospitieren die ehemaligen Grundschullehrerinnen und -lehrer der Fünftklässler im Unterricht der 5. Klassen unserer Schule, so dass intensive Gespräche zwischen Grundschul- und Gymnasiallehrern über die individuelle Entwicklung der einzelnen Schülerinnen und Schüler möglich werden. Durch diesen Austausch und den Rückgriff auf die vierjährigen Erfahrungen der Grundschullehrerinnen und -lehrer ist es sicher noch besser möglich, schulische Probleme einzelner Schülerinnen und Schüler zu erkennen und frühzeitig an Lösungen zu arbeiten.
In den regelmäßig stattfindenden Fach- und Erprobungsstufenkonferenzen kommt es zu zusätzlichem Informationsaustausch zwischen den Grundschul- und Gymnasiallehrern.
Neben der Vermittlung grundlegender Kenntnisse, Fertigkeiten und Fähigkeiten in allen Fächern, die in unterschiedlichen Sozialformen wie Freiarbeit, Gruppenarbeit, Partnerarbeit  praktiziert wird, fördern wir die soziale Kompetenz unserer Schülerinnen und Schüler durch Aktivitäten in Form von Klassenfesten, -fahrten und gemeinsamen Unterrichtsgängen. In diesem Rahmen legen wir großen Wert auf die Zusammenarbeit mit dem Elternhaus, welche eine grundlegende Voraussetzung für die erfolgreiche Arbeit in der Erprobungsstufe ist. Neben den Klassenpflegschaftsabenden gibt es informelle Treffen der Klassen, z.B. ein Kennenlerntreffen von Eltern, Schülern und Klassenlehrern zu Beginn des Schuljahres und die Martinsfeier. Durch diese Maßnahmen schaffen wir bewusst Raum für Interaktion und Kommunikation innerhalb der Klassengemeinschaft.
Das klasseninterne Projekt zum Thema „Gewalt“, das in Zusammenarbeit mit der Kriminalpolizei Mönchengladbach durchgeführt wird, dient zur Sensibilisierung sowie zur Aufklärung und Prävention aggressiver Verhaltensweisen.
Für alle, die am Erziehungsprozess beteiligt sind, für die Schülerinnen und Schüler, für die Eltern und für die Lehrerinnen und Lehrer, ist es enttäuschend, wenn der Schulerfolg ausbleibt und das Klassenziel nicht erreicht werden kann. Wir bieten deshalb für schwächere Schülerinnen und Schüler der 5. Klassen an zwei Nachmittagen die Möglichkeit, an einer einstündigen Hausaufgabenbetreuung für die schriftlichen Fächer teilzunehmen. Die Hausaufgabenbetreuung hat neben konkreten Hilfestellungen bei der Erledigung der Hausaufgaben das Ziel, das selbstständige Arbeiten zu fördern und Arbeitstechniken zu vermitteln.

Zu den uns zugewiesenen Aufgaben in der Erprobungsstufe gehören die gründliche Förderung, Beobachtung und Erprobung der Schülerinnen und Schüler. Fachkenntnisse, Methodenkompetenz und Arbeitsverhalten sind richtungsweisend für den erfolgreichen Abschluss der Erprobungsstufe.